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2005

Acht Monate arbeiten wir als Kollegen nebeneinander im gleichen Warenhaus und haben bisher nichts miteinander zu tun. Doch irgendwie und irgendwann funkt es und an Weihnachten 2004 entscheiden wir bei einem ersten Kuss, dass diese Bindung wohl längerfristig sein sollte. 

Zwei Monate nach unserem Kennenlernen verschlägt es Manuel beruflich nach Hong Kong. In dieser Zeit besuche ich ihn zweimal vor Ort und ohne ernsthaft darüber gesprochen zu haben, kaufen wir unabhängig voneinander unser Hochzeits-Outfit. Als wir uns im Oktober 2005 am Mannheimer Wasserturm das Jawort geben, kennen wir uns insgesamt zehn Monate; waren davon sechs Monate durch den Hong Kong Job voneinander getrennt.

Während unserer Anfangszeit weiht Manuel mich in seine Pläne einer Motorrad-Weltreise ein. Ein Buch hatte ihn dazu inspiriert, so dass er von diesem Traum nicht mehr loskam. Fasziniert von der Tatsache, wie jemand so voller Überzeugung ein doch sehr ungewöhnliches Ziel verfolgt, springt die Abenteuerlust schnell auf mich über und wir sind uns einig: Das machen wir!

Die berufliche Laufbahn brachte uns bisher nach Mannheim, Koblenz, Bonn und Nürnberg. Während unserer Heirat leben und arbeiten wir in Stuttgart und da wir unsere Reisekasse vorab noch etwas auffüllen wollen, schreiben wir fleißig Bewerbungen nach Fernost. So kommt es, dass wir gemeinsam im Mai 2006 im Flieger nach Asien sitzen und erst nach drei Jahren wieder heimkehren.

Hochzeit nach zehn Monaten

2006 - 2009

Back to Asia im Mai 2006 und Manuel beginnt seine Einarbeitung für den Job als Country-Manager in Bangladesch. Bevor wir dort ankommen, erleben wir durch die Einarbeitungszeit noch zwei schöne Wochen in Hong Kong und jeweils zwei Wochen in Shanghai und in New Delhi.

Mit nur 26 Jahren führt Manuel sein Büro mit fünfundzwanzig Mitarbeitern und er trägt die Verantwortung für mehrere Dutzend Millionen Euro Jahresumsatz. Er hat seine eigene Sekretärin, Business-Class Flüge, prunkvolle Hotels, einen eigenen Fahrer und ungefähr hundertfünfzig Geschäftsabendessen im Jahr.
   Das Flugzeug nutzt er wie andere Menschen den Bus. Er jettet durch die verschiedenen Zeitzonen, reist oft zwischen Dhaka, Hong Kong, Bangkok, und Deutschland, besucht Messen und knüpft immer wieder neue Beziehungen bei Botschaftsempfängen.
   Glücklicherweise finde ich während unserer Zeit in Bangladesch in der deutschen Botschaft einen Job und habe somit gleichermaßen eine berufliche Aufgabe. Ohne eine Aufgabe, wäre es hier verdammt hart auszuhalten.

Die Zeit in Asien macht uns wahnsinnig Spaß! Wir fühlen uns privilegiert all diese Erfahrungen in uns aufzusaugen, arbeiten und leben international, genießen die Zeit mit wundervollen Kollegen und sehen weiteren großen Karrieresprüngen entgegen. Alles also perfekt; so sollten wir meinen.

Doch da war ja noch der Traum von einer Weltreise und keine Karriere und kein Gehalt können uns dazu bewegen, diesen Traum fallen zu lassen! 
   Wir kündigen also die Jobs, verkaufen und spenden beinahe all unsere Besitztümer in Bangladesch, verschiffen nur noch das Notwendigste in die Heimat und rollen ein letztes Mal mit dem Flugzeug über Dhaka's Startbahn. Goodbye Job, goodbye Sicherheiten, goodbye sweet home Bangladesh.

Wir sind frei !

Im Mai 2009 hebt der Flieger ab, dreht Kurs Nord-West und bringt uns zurück nach Deutschland; wo der Beginn eines neuen Abenteuers auf uns wartet.

Asien hat viel in uns verändert

2009 - 2010

Wir sind zurück in Deutschland und die Motorräder warten fertig ausgerüstet auf das große Abenteuer. Die letzten Habseligkeiten sind gespendet oder auf Flohmärkten verkauft. Auf dem Speicher stehen noch drei Kartons mit Fotos und Dokumenten. Die drei Kartons, unsere Reiseausrüstung und die beiden Motorräder sind heute alles was wir noch besitzen.

Spontan breche ich mit meinem Schwiegervater zu einer Radtour am Rhein auf. Als ich nach Hause komme, erzähle ich Manuel von dem unglaublichen Freiheitsgefühl, denn in Bangladesch lebten wir in einem goldenen Käfig; kaum draußen, sondern meist immer in geschlossenen Räumen wie die eigene Wohnung, das Büro, Hotels, im Auto, der deutsche Club, et cetera.

Gemeinsam starten wir beide zu einer Radtour und auch Manuel ist von dem neuen Freiheitsgefühl hellauf begeistert. Bei einer Pause am Rheinufer schlägt er fasziniert vor, Fahrräder zu kaufen und damit um die Welt zu radeln. Ich falle beinahe ins Sauerstoffzelt!

Doch gesagt, getan! Wir planen um, kaufen Reisefahrräder, tauschen einen Teil unserer bereits gekauften und unbenutzten Ausrüstung gegen leichtere um und radeln los. Nach guten 4.000 Km erreichen wir Istanbul, fliegen von dort wieder zurück nach Deutschland, machen die Motorräder startklar und brechen erneut in Richtung Südost-Europa, der Türkei und Syrien auf.

Bei unserem Weltreise-Traum hatten wir immer im Kopf, dass wenn es uns irgendwo besonders gut zum Niederlassen gefällt, oder aber wir eine neue Idee gewinnen, wir nicht zwanghaft an einer Weltumrundung festhalten. Eigentlich wollten wir das Leben so leben wie es kommt und wie es uns gefällt. Schlussendlich ist dies unsere größte Freiheit.

In Kappadokien trifft uns dann die Inspiration wie der Blitz und nach zwei Tagen der groben Planung entscheiden wir eine Firma mit geführten Campingreisen zu gründen. Von nun an wird diese Idee unser Abenteuer-Leben für die nächsten acht Jahre bestimmen.

Fahrrad & Motorrad Reise

2010 - 2018

Die Entscheidung zur Selbstständigkeit fällt am 29. Mai 2010 in Kappadokien und schnell ist das Projekt umgesetzt. Zwölf Tage später ist die Firma in Deutschland gegründet, vier Tage später ein Wohnmobil gekauft und nach drei weiteren Wochen erreichen wir bei unserer Türkei-Reiseausarbeitung erneut Kappadokien; diesmal selbstständig und mit dem Wohnmobil.

Nach einer zähen Durststrecke von rund zwei Jahren erreichen wir schließlich den Bekanntheitsgrad im Markt, so dass wir bis zum Jahr 2018 mit ausgebuchten Reisegruppen auf den unterschiedlichsten Touren in Europa und Nord-Afrika unterwegs sind; alleine zwölf Mal durch ganz Marokko.
   Beinahe neunzig Prozent unserer Gäste sind Stammgäste und wir sprechen in diesem Geschäft nicht über Reiseveranstalter und Kunde, sondern über meist sehr tief gehende und bereichernde Begegnungen mit interessanten Menschen, die oftmals zu einem sehr freundschaftlichen Verhältnis weit über die Reisen hinaus führen.

In dieser Zeit bereisen wir Länder wie Schottland, Griechenland, die Türkei, Marokko, Rumänien, Bulgarien, Polen, das Baltikum und Italien.

Wer jedoch der Meinung ist, Reiseveranstalter wäre wie Urlaub und eine einfache Arbeit; dem sei gesagt, dass es eine der anspruchsvollsten Aufgaben ist, rund dreißig Tage am Stück, für über dreißig Personen, sieben Tage die Woche, rund um die Uhr da zu sein. Auch gestalten sich schon in diesen Jahren der Selbstständigkeit die Reise- und Geschäftsplanungen als schwierig. Durch verschiedene weltpolitische Ereignisse brechen Bestseller-Touren wie Syrien, Jordanien, die Türkei und Tunesien einfach weg.
   Dennoch lieben wir unseren Job von Herzen, sind immer unterwegs und knüpfen neue Freundschaften mit unseren Gästen und mit den Einheimischen in den jeweiligen Zielländern. Wir genießen ein erfülltes Leben!

Ende 2018 erreichen Manuel's Eltern den Ruhestand und in unserem bisher erfolgreichsten Geschäftsjahr entscheiden wir vorerst mit den Campingreisen zu pausieren, den elterlichen Textil-Betrieb zu übernehmen, die Firma neu zu strukturieren, um dann schließlich den Betrieb in die Hände eines angestellten Geschäftsführers zu legen.
   Im Anschluss, so der Plan, starten wir wieder mit den Campingreisen voll durch. Doch nach nur kurzer Zeit, kommt dann plötzlich alles ganz anders.

Reiseleitung aus Leidenschaft

2019 - heute

Im Jahr 2019 übernehmen wir den elterlichen Betrieb und investieren all unsere Zeit, um die Firma für die Zukunft auszurichten. Rund 25.000 Km reisen wir zu unseren Geschäftspartnern in Deutschland, Österreich und der Schweiz und wir investieren große Summen in Produktveredelung, Digitalisierung und in ein neues Firmen-Facelifting.
   Ende 2019 sind wir gut aufgestellt und nach fast zehn Jahren des Klotzens gönnen wir uns zum ersten Mal einen dreiwöchigen, privaten Wohnmobilurlaub in Spanien. Mit unserer Rückkehr nach Deutschland fahren wir geradezu in den ersten Lockdown, nicht wissend, dass uns dieses Thema zwei volle, verlorene Saisons kosten wird.

Die Jahre 2020 bis 2021 sind Jahre des wirtschaftlichen Überlebens und des täglichen Kampfes. Unternehmerisches Handeln ist nicht mehr gefragt, sondern es ist nur noch möglich, jeden einzelnen Tag irgendwie rumzubekommen und immer wieder auf die neuen Gegebenheiten zu reagieren. 
   Unsere Köpfe rauchen 24/7, Bauch- und Kopfschmerzen gehören zum täglichen Begleiter; Konflikte in einer immer größer werdenden Ellenbogen-Gesellschaft bestimmen ab jetzt oftmals das Tagesgeschäft.

Mit dem ersten Lockdown im Jahr 2020 beginnen wir also erneut mit massiven Strukturveränderungen, drehen das bisherige Geschäftskonzept in der Totalen und schaffen es somit schließlich, die Firma durch die Pandemie zu bringen.

Hätten wir uns ausschließlich auf die Staatshilfen für den Mittelstand verlassen, so hätte die Firma nicht überlebt.

Unsere geführten Campingreisen liegen selbstverständlich ebenfalls seit 2020 brach. Bad luck, dass wir nun gerade zwei Unternehmen führen, die beide extrem von der Situation betroffen sind.
   Doch wir haben es irgendwie hinbekommen, sind nicht untergegangen, sind ein Powerteam wie eh und je und was die Zukunft angeht, so blicken wir voller Spannung auf weitere Veränderungen und auf das Leben.

Stuck in Germany, ist der aktuelle welt.nomaden Status, doch neben der Arbeit versüßen wir uns die Freizeit mit unseren Hunden, mit schönen Radtouren und mit vielen Wanderungen. Wir sind immer zusammen, aktiv draußen unterwegs, leben weitgehend ohne Medienkonsum, und vor allem täglich inmitten der wunderschönen Natur. So bleiben die Gedanken klar und fokussiert; unsere Köpfe frei und positiv!

Das gesamte Leben ist eine einzigartige Reise und bekanntlich ziehen Nomaden eines Tages immer wieder weiter. Wer die künftige Lebensreise verfolgen möchte, der kann uns gerne auf Instagram und auf Facebook folgen, oder ab und an wieder hier vorbeischauen ...

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